Kaum ein Begriff hat im Lauf der Geschichte und im Wechsel der Kulturen seine Bedeutung so oft gewandelt, wie die Kunst. Von
Künstlern und Kunsttheoretikern, Philosophen, Soziologen, Historikern und auch der breiten Öffentlichkeit diskutiert, lässt sich die Kunst
doch zumindest vom Wesen her als ein Kulturprodukt, das Ergebnis eines konstruktiven und kreativen Schaffensprozesses klassifizieren,
mit dem der Schaffende eine essentiell subjektive Darstellung des Ihn umgebenden Umfeldes entstehen lässt.
Neben der anerkannten und etablierten Kunstszene entwickeln sich dank neuer Medien und Darstellungsformen immer stärker auch freie
Künstler, die ohne Beschränkung auf das geltende Verständnis künstlerischer Ästhetik und ohne Berücksichtigung der kommerziellen
Bewertung Kunst schaffen, die einen tiefen Einblick in die persönliche Erlebniswelt gewähren und so als Spiegel des soziokulturellen
Umfeldes verstanden werden können.
Zu diesen Künstlern ist auch der Fotograf Matthias Theilmann zu rechnen.
Geboren 1967 in Freckenfeld, einer kleinen Gemeinde in der Südpfalz, wächst er als ältester Sohn einer Malerfamilie heran. Mit der
festen Vorgabe, den elterlichen Betrieb zu übernehmen, schließt er seine schulische Ausbildung plangemäß 1992 als Malermeister ab
und führt zunächst in der Nachfolge die Firma mit einem Gesellen weiter. Parallel dazu widmet er sich in seiner Freizeit der Kunstmalerei.
Während einer Reise nach Indonesien entsteht eine Fotoserie von Milieustudien und Portraits, die als Grundlage für spätere
Zeichnungen und Bilder dienen soll. Dabei erkennt Theilmann die Flexibilität des Mediums Foto und die Möglichkeiten, das selbe Objekt
durch die Änderung des Blickwinkels und der Beleuchtung auf verschiedenste Art und Weise zu interpretieren.
Mit der Anschaffung einer digitalen Kamera erschließen sich völlig neue Möglichkeiten, da er jetzt ohne Rücksichtnahme auf Kosten
umfangreiche Bilderserien schießen und direkt im Computer entwickeln und bearbeiten kann. Jetzt entstehen erste ernstzunehmende
Portraitserien im Bekanntenkreis, die durch die bewußt auf das Modell reduzierte Bildgestaltung eine umso stärkere Aussagekraft
entwickeln.
Parallel dazu entwickelt sich seine ganz eigene Interpretation seiner Umwelt, die, vom Hang zu düsteren Metaphern und morbiden
Phantasien, aber auch von seiner pessimistischen Erwartungshaltung seiner Umgebung gegenüber geprägt, Niederschlag findet in
seinen surrealistischen Montagen aus Mensch und Umwelt, aus Wirklichkeit und subjektiver Wahrnehmung! Diese, vom Künstler selbst
gerne als "deviant art" klassifizierten Werke fesseln durch ihre kompromisslose Gegenüberstellung von Ästhetik und Ekel, durch ihre
Verbindung von gewohnten Strukturen zu neuen Zusammenhängen und sollen sowohl generell als Kritik am Dasein an sich, als auch als
Protest gegen das starre Korsett überlieferter Werte und das von der Gesellschaft erzwungene Weltbild verstanden werden! Aus diesem
Themenfeld entstammt auch der Name seiner Firma: Pandemonium - mediadesign: symbolisch für die schöpferische Kraft, die er durch
die empfundene innere Zerrissenheit - die Dämonen, die ihn treiben - generiert!
Bewogen vom positiven Zuspruch auf seine Portraitserien einerseits und die Resonanz auf die Internetpräsenz seiner Werke andererseits
entschliesst sich Theilmann, die Leidenschaft zum Beruf zu machen und eröffnet 2005 ein kleines Fotoatelier für Auftragsarbeiten von der
Veranstaltungsdokumentation bis hin zur Kondolenzbegleitung.
Mit der Eröffnung seines Fotoateliers in den ehemaligen Geschäftsräumen der Malerfirma vollzieht sich Ende Mai der letzte Schritt der
Wandlung zum vollprofessionellen Foto-Kunsthandwerker. Das Angebot erstreckt sich auf Fotoarbeiten aller Art, sei es das Kinderfoto für
die Oma, der künstlerische Akt mit besonderer Note, das Portrait als Charakterstudie, Fotovorlagen für Werbeprospekte,
Coverillustrationen, Bilddokumentationen von jedem Anlass oder das Kunstfoto als Deko-Objekt.
Neu im Angebot ist die filmische Veranstaltungsbegleitung auf interaktiver DVD, die individuell ganz nach den Wünschen des Kunden
gestaltet werden kann. Auch steht mit seiner Ehefrau Niken Theilmann - Sulistyani eine ausgebildete Visagistin zur Verfügung, die auf
Wunsch für die perfekte Vorbereitung des Modells sorgen kann.




H.B